Frankfurt am Main 23.06.2026. Was macht ein Fenster eigentlich nachhaltig? Welche Rolle spielen die Rahmenmaterialien Holz, Kunststoff, Aluminium? Der Verband Fenster + Fassade (VFF) erklärt, worauf Verbraucher achten sollten und welche Rolle Kreislaufwirtschaft in der Fensterherstellung spielt.
Energetisch gesehen ist die Anschaffung neuer Fenster in der Regel immer eine nachhaltige Entscheidung. Denn alte Fenster entsprechen häufig nicht mehr dem heutigen Stand der Technik und verursachen unnötige Wärmeverluste. Das verschenkt Energie, belastet den Geldbeutel und verursacht vermeidbare CO2-Emissionen. VFF-Geschäftsführer Frank Lange erklärt: „Moderne dreifach verglaste Fenster dämmen rund dreimal besser als ältere Fenster mit Zweifachverglasung ohne moderne Wärmeschutzbeschichtung.“
Neben der Energieeffizienz spielt für die Nachhaltigkeit von Fenstern vor allem eine Rolle, wie sie in Stoffkreisläufe eingebunden sind. Ob Holz, Kunststoff, Aluminium oder moderne Materialkombinationen – für jedes Rahmenmaterial gibt es eigene Kreisläufe. Lange erklärt: „Wie nachhaltig ein Fenster ist, entscheidet sich nicht allein am eingesetzten Material, sondern über den gesamten Lebenszyklus: durch fachgerechte Wartung und Pflege, eine möglichst lange Nutzungsdauer und schließlich durch einen Fenstertausch, bei dem die einzelnen Materialkomponenten wiederverwendet, recycelt oder möglichst hochwertig im Stoffkreislauf gehalten werden. Je länger ein Fenster genutzt und je besser seine Bestandteile am Ende verwertet werden, desto weniger Energie und Ressourcen müssen für neue Produkte aufgewendet werden.“
Holz: das nachwachsende Naturprodukt
Holz ist in ein Naturprodukt und in einen natürlichen Kreislauf eingebunden. Es bindet während seines Wachstums Kohlendioxid und speichert dieses, solange das Fenster verwendet wird. In Deutschland wird dabei nur so viel Holz geerntet, wie langfristig wieder nachwachsen kann. So wird der natürliche Kreislauf des Holzes am Leben gehalten.
Am Ende ihrer Nutzungsdauer können Holzfenster über den Wertstoffhof oder geeignete Rücknahmesysteme verwertet werden. Während Holzanteile bislang häufig energetisch genutzt und in Biomasseanlagen eingesetzt werden, lassen sich Glas und Beschläge separat recyceln. Zunehmend entstehen jedoch auch neue Möglichkeiten für eine stoffliche Verwertung: Da moderne Holzfenster immer häufiger mit biozidfreien Beschichtungssystemen hergestellt werden, können die Holzbestandteile künftig besser aufbereitet und als Rohstoff für neue Holzprofile oder andere Holzprodukte im Kreislauf gehalten werden.
Kunststoff: Langlebig und recyclingfähig
Kunststofffenster sind pflegeleicht und robust. Das und die vergleichsweise geringen Anschaffungskosten machen sie zur meistverkauften Rahmenart. Doch dabei muss nicht auf Nachhaltigkeit verzichtet werden. Denn Kunststofffenster bestehen aus PVC, das nahezu vollständig recycelt werden kann.
Den PVC-Stoffkreislauf in Deutschland erhält die Initiative Rewindo aufrecht. Über 100 Annahmestellen sorgen dafür, dass der Kunststoff aus Fenstern und Rollläden bis zu siebenmal wiederverwertet werden kann. Informationen über Annahmestellen in der Nähe bietet Rewindo auf seiner Website.
Aluminium: ein (fast) perfekter Kreislauf
Aluminiumfenster sind in Europa schon heute in einen Kreislauf eingebunden, bei dem das meiste Material schon einmal recycelt wurde. Denn Aluminium kann nahezu unbegrenzt wiederverwertet werden, ohne seine Materialeigenschaften zu verlieren. Damit zählt Aluminium mit einer Recyclingquote von über 90 Prozent zu den wichtigsten Werkstoffen für eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft. In Deutschland organisiert die Recyclinginitiative A|U|F e. V. die Rücknahme von Aluminium-Elementen mit über 250 Partnerbetrieben. Einen Betrieb in Ihrer Nähe finden Sie auf dieser Website.



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Dr. Peter Christian Lang
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