Frankfurt am Main, 29. Juli 2026. Verschattungen, die sich bei starker Sonneneinstrahlung automatisch schließen, Fenster, die bedarfsgerecht für frische Luft sorgen, und Sensoren, die offene Fenster oder Türen aufs Smartphone melden: Smarte Fenster, Türen und Sonnenschutzsysteme können das Zuhause komfortabler machen und dabei helfen, den Energieverbrauch für Heizung und Kühlung zu beeinflussen. Der Verband Fenster + Fassade (VFF) erklärt, welche Möglichkeiten moderne Gebäudetechnik heute bietet und worauf Verbraucher beim Einstieg ins Smart Home achten sollten.https://fenster-koennen-mehr.de/
Smarte Fenster, Türen und Sonnenschutzsysteme erhöhen den Wohn- und Bedienkomfort und ermöglichen eine einfache Nutzung der Haustechnik. An heißen Sommertagen können sich Rollläden oder Raffstores automatisch schließen, bevor die Sonneneinstrahlung die Innenräume stark aufheizt. Dafür messen Sensoren die Helligkeit und steuern den außenliegenden Sonnenschutz selbstständig. Auf diese Weise kann der Wärmeeintrag durch die Fenster reduziert werden.
Wie stark sich die Innenräume dadurch weniger aufheizen, hängt unter anderem von der Verglasung, der Art des Sonnenschutzes, der Ausrichtung der Fenster und den jeweiligen Wetterbedingungen ab. „Durch eine automatisierte Steuerung können sich Fenster, Sonnenschutz und Lüftung selbstständig an die jeweilige Sonneneinstrahlung und Raumtemperatur anpassen. So lässt sich einer Überhitzung der Innenräume entgegenwirken. Je nach Gebäude und Nutzung kann dadurch auch der Kühlbedarf sinken und der Betrieb einer Klimaanlage reduziert werden“, erläutert VFF-Geschäftsführer Frank Lange.
Doch intelligente Gebäudetechnik kann weit mehr als für ein angenehmes Raumklima sorgen. Smarte Fenster und Türen können auch die Sicherheit unterstützen und dazu beitragen, unnötige Wärmeverluste beim Lüften zu vermeiden. Sensoren, unauffällig in der Fensterfalz verborgen, können den Öffnungsstatus aller Fenster melden. Beim Verlassen des Hauses genügt dann ein Blick aufs Handy, um sich zu vergewissern: „Alle Fenster sind geschlossen.“ Auch ist es möglich, die Fenster zu motorisieren und die Steuerung per Smart Home zu übernehmen.
Das eröffnet eine Reihe von Anwendungsmöglichkeiten. Per Knopfdruck oder wenn ein Sensor eine zu hohe Luftfeuchtigkeit misst, können die Fenster zum Lüften geöffnet werden. Und wenn die Steuerung erkennt, dass ein Fenster geöffnet wird, kann sie die Heizung automatisch herunterregeln. Dadurch lässt sich vermeiden, dass die Heizkörper während des Lüftens unnötig weiterheizen. Ob und in welchem Umfang sich dadurch Heizenergie einsparen lässt, hängt unter anderem vom Heizsystem, den Einstellungen und dem Lüftungsverhalten ab.
Die Beispiele zeigen: Das Angebot an Smart-Home-Funktionen ist vielfältig. Deshalb lohnt es sich, das Smart Home schrittweise aufzubauen und zunächst mit einer besonders praktischen Anwendung zu starten. Damit sich das System später erweitern lässt und dauerhaft zuverlässig funktioniert, empfiehlt der VFF, bei der Planung drei wichtige Punkte zu beachten.
1. Technik muss auch ohne App funktionieren
Smarte Steuerungen dürfen nicht alternativlos sein. Rollläden und Sonnenschutz sollten deshalb möglichst auch über einen fest installierten Schalter oder eine geeignete Notbedienung gesteuert werden können. Bei Haustüren sollte neben dem digitalen Zugang weiterhin die Möglichkeit bestehen, die Tür mit einem Schlüssel zu öffnen. Wichtig ist außerdem, dass grundlegende Funktionen möglichst auch ohne Internetverbindung oder Cloud-Dienst nutzbar bleiben.
So funktioniert das eigene Zuhause weiterhin zuverlässig, wenn das Internet ausfällt, der Anbieter seinen Dienst einstellt oder das Smartphone gerade nicht zur Hand ist.
2. Offene und kompatible Systeme wählen
Heute smarte Rollläden, morgen vielleicht eine zentrale Heizungssteuerung oder ein digitales Türschloss – viele Hausbesitzer erweitern ihr Smart Home Schritt für Schritt. Damit das möglichst einfach funktioniert, sollten die einzelnen Geräte herstellerübergreifend kompatibel sein.
„Lassen Sie sich im Fachbetrieb erläutern, mit welchen Steuerzentralen und Geräten die einzelnen Komponenten zusammenarbeiten und ob sie sich später herstellerübergreifend erweitern lassen“, rät VFF-Geschäftsführer Frank Lange. Ebenso wichtig ist die Frage, ob das System auch bei einem späteren Wechsel des Anbieters weitergenutzt werden kann.
3. Staatliche Förderung prüfen
Für bestimmte Maßnahmen zur Verbesserung der energetischen Eigenschaften eines Gebäudes können staatliche Fördermöglichkeiten bestehen. Dazu kann unter bestimmten Voraussetzungen auch ein automatisierter außenliegender Sonnenschutz gehören. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sind abhängig von der jeweiligen Maßnahme und den geltenden Förderbedingungen Zuschüsse möglich. Eigentümerinnen und Eigentümer sollten sich deshalb frühzeitig über die aktuellen Voraussetzungen informieren und die Förderfähigkeit vor Beginn der Maßnahme mit einem Fachbetrieb oder einer qualifizierten Energieberatung klären.
Eine erste Orientierung bietet das Wissensportal „Fenster können mehr“. Dort finden Interessierte Informationen rund um moderne Fenster und Türen, Hinweise zu möglichen Fördermitteln sowie Unterstützung bei der Suche nach qualifizierten Fachbetrieben in der Nähe.
Bild 1: Unsichtbar und doch nützlich. Die Smarte Steuerung der Gebäudehülle. Foto: GEALAN Fenster-Systeme GmbH
Bild 2: Smarte Steuerung der Tür. Foto: Schüco International KG
Bild 3: Beinahe Unsichtbar: Smarte Steuerung des Fensters. Foto: Schüco International KG
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Dr. Peter Christian Lang
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