Frankfurt am Main, 14. Oktober 2026. Der diesjährige Weltnormentag am 14. Oktober steht unter dem Motto „Eine gemeinsame Vision für eine bessere Welt“. Im Mittelpunkt steht das UN-Nachhaltigkeitsziel 7 „Bezahlbare und saubere Energie für alle“. Der Verband Fenster + Fassade (VFF) nimmt den Tag zum Anlass, den Nutzen der Normung hervorzuheben.
Fenster, Türen und Fassaden beeinflussen den Energiebedarf von Gebäuden. Normen schaffen vergleichbare technische Kennwerte und verlässliche Grundlagen für Planung, Ausführung und Förderung. Geregelt wird dies im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das am 29. Juli 2026 als Änderung des bisherigen Gebäudeenergiegesetzes in Kraft getreten ist. Ab dem 1. Januar 2027 sollen für die Nachweisführung die aktuellen DIN-Ausgaben gelten. Normen unterstützen damit die fachgerechte Planung und Bewertung energetischer Sanierungsmaßnahmen. In welchem Umfang sich dadurch Energiebedarf, Energiekosten und Emissionen reduzieren lassen, hängt unter anderem vom Gebäudezustand, den eingesetzten Produkten und der fachgerechten Ausführung ab.
Normen sind nicht grundsätzlich Kostentreiber
In der derzeitigen Diskussion um den Gebäudetyp E, der das Bauen einfacher und kostengünstiger machen soll, gelten Normen teilweise als Kostentreiber, auf die verzichtet werden könne. Der VFF hält diesen Ansatz im Blick auf die Regeln für Fenster, Fassaden und Außentüren im Kern für falsch. Denn Normen schaffen einheitliche technische Grundlagen, die aus Sicht des Verbandes eine Reihe von Vorteilen bieten:
Werden allgemein anerkannte Regeln der Technik ohne geeignete alternative Anforderungen aufgegeben, können nach Einschätzung des VFF Risiken für die Qualität von Produkten und deren Einbau entstehen. Je nach Ausführung und Nutzung können sich daraus auch Auswirkungen auf die Lebensdauer, den Wartungsaufwand und die langfristigen Kosten ergeben. Auch ein zusätzlicher Material- und Ressourcenbedarf, beispielsweise infolge vorzeitiger Reparaturen oder eines früheren Austauschs, ist unter solchen Voraussetzungen möglich.
Der VFF bringt sich daher intensiv in die für die Branche relevante Normung ein. Ziel ist es, einheitliche technische Anforderungen und vergleichbare Rahmenbedingungen zu fördern. Zudem beteiligt sich der Verband an der Umsetzung von Normungsanforderungen, die sich aus der europäischen Bauproduktenverordnung ergeben. Normung sichtbar zu machen heißt für den VFF auch, ihren Beitrag zur technischen Bewertung von Energieeffizienz und Qualität aufzuzeigen.
Gemeinsam mit weiteren Verbänden hat der VFF den offenen Brief „Allgemein anerkannte Regeln der Technik erhalten – Sicherheit, Qualität und Rechtssicherheit nicht aufs Spiel setzen“ unterzeichnet. Die Verbände unterstützen den Abbau unnötiger Bürokratie, etwa bei überflüssigen Nachweisen und doppelten Prüfungen. Überholte Regelwerke sollen weiterentwickelt werden, ohne aber den technischen Referenzmaßstab insgesamt infrage zu stellen.
„Wer Gebäude energetisch sanieren will, braucht verlässliche Regeln. Normen schaffen die Grundlage, um energetische Eigenschaften einheitlich zu ermitteln und zu vergleichen. Ihre gezielte Weiterentwicklung kann helfen, Kosten zu begrenzen. Ein pauschaler Verzicht auf bewährte technische Regeln birgt dagegen Risiken für Qualität und Planungssicherheit“, betont Frank Koos, Geschäftsführer Normung und Technik des VFF.
Grafik: KI-generierte Visualisierung zu Normung, energetischer Sanierung und dem Weltnormentag. (Bild: KI-generiert)
QR-Code „Verbändebrief“: Hier finden Sie den offenen Verbändebrief „Allgemein anerkannte Regeln der Technik erhalten – Sicherheit, Qualität und Rechtssicherheit nicht aufs Spiel setzen“ zum Download.
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Dr. Peter Christian Lang
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