Frankfurt am Main / Troisdorf, Juni 2026. Pauschale Aussagen zur rein kostenmäßigen Amortisation energetischer Fenstersanierungen greifen zu kurz. Darauf weisen der Bundesverband Flachglas (BF) und der Verband Fenster + Fassade (VFF) hin.
Entscheidend für eine belastbare wirtschaftliche Bewertung ist, welche Fenster ersetzt werden. Für sanierungswürdige Fenster vor 1995, insbesondere mit unbeschichtetem Isolierglas, liegt das Einsparpotenzial nach BF/VFF bei rund 131 kWh pro Quadratmeter Fensterfläche und Jahr. Daraus ergeben sich in vielen Fällen nicht nur erhebliche energetische Vorteile, sondern auch wirtschaftlich attraktive Amortisationszeiten insbesondere bei weiter steigenden Energiepreisen. Zusätzlich amortisieren sich neue Fenster auch unter CO₂ und Primärenergieaspekten deutlich früher.
Sanierungsrelevanter Bestand bietet großes Potenzial
Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf den sanierungsrelevanten Bestand. In Deutschland befinden sich rund 209 Millionen Fenstereinheiten der Typen Einfachglas, Verbund-/Kastenfenster und unbeschichtete Isolierverglasung bis Baujahr 1995. Gerade dieser Bestand ist aus energetischer, wirtschaftlicher und klimapolitischer Sicht besonders relevant. Nicht gemeint ist der vorzeitige Austausch von moderneren Wärmedämmfenstern mit beschichteter Isolierverglasung aus späteren Baujahren.
Die BF/VFF-Studie „Mehr Energie sparen mit neuen Fenstern“ zeigt beispielhaft das Einsparpotenzial: Beim Ersatz eines Fensters mit unbeschichtetem Isolierglas durch ein modernes Fenster mit einem Uw-Wert von 0,95 W/(m²K) ergibt sich eine Energieeinsparung von 222 kWh pro Fenstereinheit und Jahr. Bezogen auf eine Fenstereinheit von 1,69 Quadratmetern entspricht das rund 131 kWh pro Quadratmeter Fensterfläche und Jahr.
Amortisation hängt von mehreren Faktoren ab
Für die wirtschaftliche Bewertung spielen neben dem energetischen Zustand der Bestandsfenster weitere Faktoren eine Rolle, darunter Fensterfläche, Gebäudetyp, Energieträger, Energiepreise, Investitionskosten, mögliche Förderungen und Nutzungsdauer. Richtig ist eine Betrachtung über die Nutzungsdauer. Moderne Fenster haben eine typische Lebensdauer von rund 50 Jahren. Die BF/VFF-Studie zeigt, dass sich der Austausch energetisch veralteter Fenster wirtschaftlich rechnet, weil die Kosten der eingesparten Energie bei den Fenstertypen die älter als 1995 sind in der Regel bereits unter den zu erwartenden Energiekosten liegen Für den in der BF/VFF-Studie „Mehr Energie sparen mit neuen Fenstern“ betrachteten Austausch eines alten Fensters mit unbeschichtetem Isolierglas gegen ein modernes Fenster kann sich bei entsprechender Rechenlogik eine Amortisation in der Größenordnung weniger Jahre ergeben. Fenster sind außerdem keine rein anlagentechnische Investition. Ein Austausch verbessert in der Regel zugleich Dichtheit, Behaglichkeit, Bedienkomfort, Schallschutz, Einbruchschutz, sommerlichen Wärmeschutz, gegebenenfalls Barrierefreiheit sowie den Werterhalt und die Vermietbarkeit des Gebäudes. Eine rein eindimensionale Betrachtung über Heizkosten greift deshalb zu kurz.
Ökologische Bilanz fällt häufig früh positiv aus
Hinzu kommt: Die ökologische Amortisation wird deutlich früher erreicht. Die aktuelle ift-Studie zur Energie- und CO₂-Einsparung in der Fenstersanierung weist für moderne Fenster je nach Energieträger Primärenergie-Amortisationszeiten von etwa 2 bis 11 Jahren und CO₂-Amortisationszeiten in vielen Fällen von etwa 1 bis 5 Jahren aus. Über die Lebensdauer ergibt sich damit eine klar positive Energie- und Treibhausgasbilanz.
BF und VFF aktualisieren Studie
Um die fachliche Grundlage weiter zu stärken, arbeiten der Bundesverband Flachglas und der Verband Fenster + Fassade derzeit an einer Überarbeitung und Aktualisierung der Studie „Mehr Energie sparen mit neuen Fenstern“. Ziel ist es, aktuelle Rahmenbedingungen, technische Entwicklungen und unterschiedliche Ausgangssituationen noch differenzierter zu berücksichtigen.
Die Verbände wollen damit Eigentümerinnen und Eigentümern, Fachbetrieben, Planerinnen und Planern, Medien sowie politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern eine belastbare Grundlage für die Bewertung energetischer Fenstermodernisierungen an die Hand geben.
Weitere Informationen
Die vollständigen Studien stehen hier zum Download zur Verfügung:
BF/VFF-Studie „Mehr Energie sparen mit neuen Fenstern“:
Studie ift zur Energie- und CO2-Einsparung in der Fenstersanierung:


Bildnachweis: Saint-Gobain Glass
Kontakt Fachpresse
Dr. Peter Christian Lang
Verband Fenster + Fassade
Walter-Kolb-Str. 1-7
60594 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 955054-32
Fax.: (069) 955054-11
E-Mail: pr@window.de
Kontakt Endkundenpresse