Frankfurt (Main), 21.05.2026. Wenn draußen die Luft über Straßen und Dächern flimmert, heizt die Sommersonne auch die Wohnung auf. Kühlen die Räume selbst nachts nicht mehr richtig ab, wird das Zuhause zur unangenehmen Hitzefalle. Mit den passenden Sonnenschutzmaßnahmen lässt sich die sommerliche Aufheizung jedoch begrenzen. Welche Möglichkeiten es gibt, erklärt der Verband Fenster + Fassade (VFF).
Sonnenschutz am besten draußen
Räume heizen sich im Sommer besonders dann auf, wenn Sonnenstrahlen ungehindert auf die Fenster treffen. Deshalb ist es sinnvoll, die Sonneneinstrahlung möglichst schon vor der Fensterscheibe zu reduzieren. Dafür eignen sich außenliegende Raffstores, Rollläden oder Markisen. Wie das funktioniert, erklärt VFF-Geschäftsführer Frank Lange: „Außenliegende Sonnenschutzsysteme wirken wie ein Hitzeschild. Sie fangen einen Teil der Sonneneinstrahlung bereits vor der Fensterscheibe ab und können so das Aufheizen der Innenräume begrenzen. Innenliegende Vorhänge oder Rollos bieten ebenfalls Sonnenschutz, setzen aber erst an, nachdem die Sonnenstrahlung die Fensterscheibe passiert hat.“
Automatik hilft beim richtigen Zeitpunkt
Werden außenliegende Verschattungen erst geschlossen, wenn die Sonne hoch am Himmel steht, haben sich die Räume möglicherweise bereits aufgeheizt. An heißen Tagen ist es deshalb sinnvoll, Raffstores und Rollläden frühzeitig herunterzufahren, bevor die Sonne direkt auf die Fenster trifft. Je nach Ausrichtung kann das schon in den frühen Morgenstunden der Fall sein.
Eine automatisierte Steuerung kann dabei unterstützen: Mit entsprechenden Sensoren können Sonnenschutzsysteme auf Sonneneinstrahlung, Temperatur und Witterung reagieren und sich bei Bedarf selbstständig schließen. So lässt sich der Sonnenschutz an die jeweiligen Bedingungen anpassen, auch wenn gerade niemand zu Hause ist.
Nachts lüften gegen Hitzestau
Wenn die Außentemperaturen abends oder nachts unter die Raumtemperatur sinken, kann Lüften dabei helfen, die tagsüber angesammelte Wärme abzuführen. Besonders wirksam ist Querlüften: Dafür werden zwei gegenüberliegende Fenster weit geöffnet. Der entstehende Luftaustausch kann die warme Raumluft ersetzen und dazu beitragen, dass sich Räume und Oberflächen über Nacht abkühlen. Die nächtliche Abkühlung kann damit helfen, die Aufheizung am nächsten Tag hinauszuzögern.
Braucht man eine Klimaanlage?
Klimaanlagen können Räume an heißen Tagen aktiv kühlen, benötigen dafür jedoch Strom. Außenliegender Sonnenschutz setzt früher an: Er reduziert die direkte Sonneneinstrahlung und kann so den Wärmeeintrag über die Fenster begrenzen. In Gebäuden mit aktiver Kühlung kann dadurch der Kühlbedarf und damit auch der Stromverbrauch für die Raumkühlung sinken. Ob sich ganz auf eine Klimaanlage verzichten lässt, hängt unter anderem von der Bauweise, den Fensterflächen, der Gebäudenutzung und den Außentemperaturen ab.
Lange erklärt abschließend: „Angesichts zunehmender Hitzetage lohnt es sich, Sonnenschutz frühzeitig einzuplanen. Richtig eingesetzt kann er dazu beitragen, Räume im Sommer angenehm zu temperieren und den Wohnkomfort zu verbessern.“
Fördertipp
Für bestimmte Sonnenschutzsysteme – auch mit automatisierter Steuerung – können unter den jeweiligen Fördervoraussetzungen staatliche Zuschüsse oder andere Fördermöglichkeiten infrage kommen. Hilfreich bei der Suche nach passenden Programmen ist der VFF-Fördermittel-Assistent. Er zeigt mögliche Förderangebote für das jeweilige Objekt und unterstützt dabei, die Antragstellung vorzubereiten. Vor einer Beauftragung sollten die aktuellen Förderbedingungen geprüft werden.
Weitere Informationen: https://fenster-koennen-mehr.de/vff-foerderung/foerderrechner
Bild 1: Raffstores & Co. können dazu beitragen, die sommerliche Aufheizung von Innenräumen zu begrenzen. Foto: WAREMA
Bild 2: Die Kombination aus Raffstores und Markisen verschattet die Fensterflächen dieses Wintergartens. Foto: WAREMA
Bild 3: Außenliegender Sonnenschutz fängt Sonnenstrahlung bereits vor der Fensterscheibe ab. Foto: WAREMA
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Dr. Peter Christian Lang
Verband Fenster + Fassade
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