Wer bei der Modernisierung seines Zuhauses alte Fenster gegen neue Modelle mit verbesserten Wärmedämmeigenschaften austauscht, stellt sich oft die Frage: Wohin mit den alten Elementen? Fenster aus Kunststoff, Aluminium oder Holz können je nach Material und Beschaffenheit unterschiedlichen Verwertungswegen zugeführt werden. Der Verband Fenster + Fassade (VFF) erklärt, wie die Entsorgung und Verwertung funktioniert und worauf Hausbesitzer achten sollten.
Beim Fenstertausch lohnt es sich, nicht nur auf die Eigenschaften der neuen Fenster zu achten, sondern auch auf den Umgang mit den ausgebauten Elementen. VFF-Geschäftsführer Frank Lange erklärt: „Der Austausch älterer Fenster kann dazu beitragen, Wärmeverluste im Gebäude zu reduzieren. Gleichzeitig können durch die fachgerechte Erfassung und Verwertung der ausgebauten Fenster Materialien zurückgewonnen und erneut genutzt werden.“
Kunststofffenster: Rewindo bringt’s ins Recycling
Kunststofffenster – robust, langlebig und verbreitet – machen heute einen großen Anteil im Fensterbestand aus. Beim Austausch stehen Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch vor der Frage: Wohin damit?
Eine Möglichkeit bietet das Rewindo-System, über das alte Kunststoffrahmen gesammelt und dem Recycling zugeführt werden können. In Deutschland steht dafür ein Netz von Sammelstellen und Recyclingpartnern zur Verfügung. Auch kleinere Mengen geeigneter, ausgebauter Kunststofffenster können über entsprechende Annahmestellen erfasst werden. Für größere Mengen, etwa bei umfangreichen Sanierungsmaßnahmen, bestehen je nach Region und Recyclingpartner weitere Rückgabemöglichkeiten.
Nach der Rücknahme werden geeignete PVC-Rahmen zerkleinert, von Fremdstoffen getrennt, gereinigt und zu Rezyklat aufbereitet. Dieses kann unter Einhaltung der geltenden technischen und rechtlichen Anforderungen erneut bei der Herstellung von Fensterprofilen eingesetzt werden. Wie hoch der Rezyklatanteil in einem neuen Profil ausfällt, hängt unter anderem vom jeweiligen Produkt und Herstellungsverfahren ab.
Die Wiederverwertung von PVC ermöglicht es, einen Teil des Materials erneut einzusetzen und dadurch den Bedarf an neu hergestelltem Kunststoff zu verringern. Voraussetzung dafür sind geeignete Sammel-, Sortier- und Aufbereitungsverfahren sowie die Einhaltung der geltenden Anforderungen an die Materialqualität.
Aluminiumfenster: Rückgabe mit System – über A/U/F e. V.
Auch Aluminium aus alten Fensterrahmen kann recycelt und als Sekundärrohstoff erneut verarbeitet werden. Der A/U/F e. V. organisiert gemeinsam mit beteiligten Fach- und Recyclingbetrieben die Rückführung von Aluminium aus Fenstern, Türen und Fassaden.
Im Rahmen der Verwertung werden die ausgebauten Elemente fachgerecht zerlegt, Aluminiumprofile von anderen Materialien getrennt und anschließend der weiteren Aufbereitung zugeführt. Das zurückgewonnene Aluminium kann bei entsprechender Materialqualität für neue Aluminiumprodukte verwendet werden, darunter auch Profile für Fenster, Türen und Fassaden.
Die Herstellung von Sekundäraluminium aus geeignetem Aluminiumschrott benötigt in der Regel deutlich weniger Energie als die Primäraluminiumherstellung. Wie groß die Einsparung ausfällt, hängt unter anderem vom eingesetzten Recyclingverfahren, dem Energieeinsatz und der gewählten Vergleichsgrundlage ab.
Allerdings gelangen nicht alle ausgebauten Aluminiumfenster in entsprechende Rücknahmesysteme. Eine getrennte Erfassung und die Rückführung über geeignete Fachbetriebe können dazu beitragen, Aluminium für eine weitere stoffliche Nutzung verfügbar zu machen.
Wer seine Aluminiumfenster austauschen lässt, kann sich bei einem am A/U/F-System beteiligten Fachbetrieb über die Rückgabe- und Verwertungsmöglichkeiten informieren. Eine Übersicht bietet die Website www.a-u-f.com.
Holzfenster: Verwertung abhängig von der Materialbeschaffenheit
Holzfenster stellen eine bewährte und seit Jahrzehnten verwendete Rahmenvariante dar. Sie machen weiterhin einen beachtlichen Teil des Fensterbestands aus. Bei ihrer Entsorgung kommt es insbesondere darauf an, ob und mit welchen Holzschutzmitteln oder Beschichtungen die Rahmen behandelt wurden.
Abhängig von der jeweiligen Altholzkategorie und den geltenden abfallrechtlichen Vorgaben können unterschiedliche Verwertungs- oder Entsorgungsverfahren erforderlich sein. Bei älteren, mit bestimmten Holzschutzmitteln behandelten Fensterrahmen kann eine stoffliche Verwertung ausgeschlossen sein. Eine energetische Verwertung ist nur in entsprechend zugelassenen Anlagen möglich.
Bei einer energetischen Verwertung wird die im Holz enthaltene Energie zur Wärme- oder Stromerzeugung genutzt. Dabei entstehen unter anderem CO₂-Emissionen. Ob und in welchem Umfang sich gegenüber anderen Entsorgungs- oder Energiegewinnungsverfahren Vorteile ergeben, hängt von den jeweiligen Rahmenbedingungen ab.
Andere Fensterbestandteile wie Glas und Metallbeschläge können, soweit technisch und wirtschaftlich geeignet, getrennt erfasst und entsprechenden Verwertungsverfahren zugeführt werden.
In der Forschung werden zudem Verfahren und Materialien untersucht, die künftig weitere Möglichkeiten für die stoffliche Nutzung von Altholz eröffnen könnten. Ob diese bei ausgebauten Holzfenstern eingesetzt werden können, hängt unter anderem von der Materialzusammensetzung und den rechtlichen Anforderungen ab.
Studien zeigen: In alten Fenstern stecken wertvolle Rohstoffe
Beim Austausch alter Fenster fallen in Deutschland jährlich erhebliche Mengen unterschiedlicher Materialien an. Dazu gehören insbesondere Glas, Holz, Kunststoff und Aluminium. Wie viel davon erneut als Rohstoff genutzt werden kann, hängt von der Beschaffenheit der ausgebauten Elemente sowie von den verfügbaren Sammel- und Recyclingverfahren ab.
Untersuchungen zur Verwertung von Altfenstern zeigen, dass für verschiedene Fensterkomponenten bereits etablierte Recyclingverfahren bestehen. Zugleich gibt es Möglichkeiten, die Rückführung und Aufbereitung weiterzuentwickeln: etwa durch eine recyclinggerechte Produktgestaltung, zusätzliche Sammelstellen und eine verbesserte Trennung der unterschiedlichen Materialien.
Wer einen Fenstertausch plant, sollte sich deshalb frühzeitig bei einem Fachbetrieb erkundigen, wie die alten Elemente ausgebaut, getrennt erfasst und entsorgt beziehungsweise verwertet werden.
Für den Einbau neuer Fenster können unter bestimmten Voraussetzungen staatliche Förderprogramme von Bund, Ländern und Kommunen infrage kommen. Welche Programme aktuell verfügbar sind und welche Anforderungen erfüllt werden müssen, lässt sich über den kostenlosen Förderassistenten des Verbands Fenster + Fassade (VFF) recherchieren.
Kontakt Fachpresse
Dr. Peter Christian Lang
Verband Fenster + Fassade
Walter-Kolb-Str. 1-7
60594 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 955054-32
Fax.: (069) 955054-11
E-Mail: pr@window.vff-wp.luka-preview.de
Kontakt Endkundenpresse