Frankfurt am Main, 1. Juli 2026. „Sanieren und Bauen im Bestand“ – so lautete das Schwerpunktthema der Fachtagung „Normung und Technik“ des Verbands Fenster + Fassade (VFF), die am 17. Juni 2026, dem Vortag des VFF-Jahreskongresses, in der Göttinger Lokhalle mit über 40 Teilnehmern stattfand. „Sanieren und Bauen im Bestand gehören unter den Stichworten `Nachhaltigkeit` und ´Ressourcenschonung` zu den zentralen Aufgaben der Bauwirtschaft und insbesondere der Fenster-, Türen- und Fassadenbranche“, betonte Frank Koos, Geschäftsführer für Normung, Technik und internationale Aktivitäten des VFF. „Gerade im Blick auf bessere Energieeffizienz, aber auch hinsichtlich gesundheitsrelevanter Funktionen wie Sonnenschutz, Tageslichtversorgung oder Lüftung nimmt unsere Branche dabei eine Schlüsselstellung ein.“
Frank Koos, der auch Generalsekretär der europäischen Branchenvertretung EuroWindoor ist, eröffnete die von Christian Anders, dem Obmann des Technischen Ausschusses des VFF, moderierte Fachtagung mit einem Vortrag zur neuen europäischen Bauproduktenverordnung und ihren Auswirkungen auf Fenster. Kritisch blickte Koos dabei auch auf die umfangreichen Deklarationspflichten und den damit verbundenen bürokratischen Aufwand, der auf die Unternehmen der Branche zukommt.
Die ökologischen und ökonomischen Vorteile neuer Fenster standen im Fokus der beiden folgenden Vorträge von Norbert Sack vom Rosenheimer Institut für Fenstertechnik zum Thema „Neue Fenster lohnen sich: Graue Energie und Emissionen vs. Energieeinsparung“ und Dr.-Ing. Stephan Schlitzberger vom Kasseler Ingenieurbüro Prof. Dr. Hauser über „Wirtschaftliche Vorteile Sanierung der Gebäudehülle vs. Austausch Wärmeerzeuger und das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)“.
Nach der Mittagspause informierte Erik Poppe von der Berliner myclimate Deutschland über „Materialtrennung und Recyclingfähigkeit – Erwartungen an eine zirkuläre Zukunft und erweiterte Herstellerverantwortung (EPR)“, gefolgt von einem Vortrag von Detlef Timm von der Berliner Hans Timm Fensterbau zur „Ertüchtigung historischer Fenster unter Beachtung von Denkmalschutz, Bauphysik und Ausführung“ nach den Regeln des VFF-Leitfadens HO.09 zur „Runderneuerung von Kastenfenstern aus Holz“. Den Abschluss machte Christian Anders, diesmal in der Rolle des Technischen Leiters der Fritzlarer Hilzinger Metallbau, zum Thema „Projektmanagement zum Fenstertausch im laufenden Betrieb – Praxisbeispiele“.
„Die Fachtagung hat beeindruckend und im letzten Teil auch an ganz konkreten Beispielen gezeigt, welche vielfältigen Herausforderungen und Chancen die Sanierung und das Bauen im Bestand für unsere Branche bedeuten“, so Koos nach der Veranstaltung. „Allerdings müssen wir uns auch rechtzeitig auf die zunehmenden Nachhaltigkeitsanforderungen in Verbindung mit den regulatorischen Änderungen der neuen Bauproduktenverordnung einstellen!“
Ein filmischer Rückblick auf die Fachtagung "Normung & Technik" steht in der Mediathek des VFF zur Verfügung. Der Film fängt Stimmen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein und bietet neben Eindrücken von der besonderen Atmosphäre in der Göttinger Lokhalle, dem fachlichen Austausch und dem Rahmenprogramm auch inhaltliche Statements zu zentralen Fachthemen der Tagung. Damit gibt er einen kompakten Einblick in die Vielfalt der diskutierten Fragestellungen – von der neuen Bauproduktenverordnung über Graue Energie, Emissionen und Energieeinsparung bis hin zu Recyclingfähigkeit, historischer Fenstersanierung und praxisnahen Beispielen zum Fenstertausch im laufenden Betrieb. Der Film kann unter https://www.youtube.com/watch?v=z5JQ-KMfA1o abgerufen werden.
Foto „FT-N&T2026“: Auf der VFF-Fachtagung Normung & Technik am 17. Juni 2026 in Göttingen: Moderator Christian Anders (links) und Detlef Timm, der in seinem Vortrag zeigte, wie man historische Fenster so ertüchtigt, dass sie technisch auf den neuesten Stand gebracht werden und zugleich die Anforderungen des Denkmalschutzes erfüllen. (Foto: VFF)
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