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Rückblick Fachtagung Statistik & Markt am 28. April – 2026 Energiepreise und politische Unsicherheit bremsen Erholung im Baumarkt

Frankfurt am Main, 12. Mai 2026. Mit rund 80 Teilnehmern, davon 30 vor Ort, fand die erste diesjährige Fachtagung „Statistik & Markt“ des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) im IntercityHotel Frankfurt Airport am 28. April 2026 statt. Neben den aktuellen Marktzahlen für Fenster, Außentüren und Vorhangfassaden sowie den Glasmarkt standen ­‒ wie üblich bei der Frühjahrsfachtagung ­‒ auch die Zahlen über die Produktion in Deutschland sowie die Import- und Exportzahlen im Fokus der Fachtagung. Zum Auftakt erläuterte Prof. Dr. Michael Voigtländer vom IW ‒ Institut der deutschen Wirtschaft in Köln die „Aktuelle Lage und Perspektiven für den Immobilienmarkt und Bau in Deutschland“. „Trotz der andauernden Konflikte mit dem Iran und der damit verbundenen höheren Energiekosten können wir mit gebremster Zuversicht auf die Lage der Bauwirtschaft blicken“, so VFF-Geschäftsführer Frank Lange nach der Veranstaltung. „Allerdings brauchen wir weitere politische Impulse sowie eine Beruhigung der internationalen Konfliktherde.“

In seinem Vortrag gab Prof. Dr. Michael Voigtländer einen Abriss der gegenwärtigen Probleme der deutschen (Bau-)Wirtschaft. Ausgehend von den Arbeitsmarktzahlen, dem benötigten Zuwanderungsbedarf an Fachkräften und der Lohnsituation, verdeutlichte er einzelne wichtige Anforderungen der bauwirtschaftlichen Lage. So müssen die politischen „Antworten“ auf die wachsende Lücke zwischen Bedarf und Bautätigkeit wie etwa die Einführung des Wohnungsbauturbos ergänzt werden: u.a. durch eine Reform der KfW-Programme, eine bessere Unterstützung der Wohneigentumsbildung und eine Vereinfachung des Bauens (z. B. Gebäudestandard E). Zudem betonte Dr. Voigtländer, dass das Bauen „neue Narrative“ brauche, also überzeugende Argumente, warum sich Bauen für alle lohnt, sowie passende finanzielle Anreize für Kommunen wie z. B. einen kommunalen Einkommenssteuerzuschlag. Als hemmende Faktoren identifizierte er fehlendes Bauland, Fachkräftemangel, mangelnde Produktivität sowie überbordende Regulierung. Als Faktoren zur Verbesserung der Produktivität nannte er Digitalisierung, die Integration von Planen und Bauen, eine bessere Replizierung der Bautätigkeit, die Formulierung von Zielen statt Standards und schließlich mehr Pragmatismus statt Legalismus. Gleichwohl ­‒ so das Fazit des Wirtschaftswissen­schaftlers ­‒ sind auch fördernde Rahmenbedingungen für den Immobilienmarkt hervorzuheben: die stabile Beschäftigungslage, der wirtschaftliche Erfolg der Städte und die andauernde Überschuss­nachfrage, welche die Attraktivität von Wohnimmobilien steigert.

Die weiteren, konkret auf die Branchenthemen Fenster, Fassade und Außentüren sowie Flachglas zugeschnittenen Vorträge konkretisierten die von Dr. Voigtländer skizzierte Lage in der Bauwirtschaft. Martin Langen von der B+L Marktdaten GmbH erläuterte vor dem Hintergrund von Konsumklima, Immobilienstimmung sowie der Entwicklung der Energiepreise und Hypothekenzinsen, wie sich die aktuelle Bauent­­wicklung darstellt. Wachsender Auftragseingang und wachsender Auftrags­bestand geben Anlass zur Vermutung, dass der Bau 2026/2027 die Gesamtwirt­schaft „ziehen“ könnte. Diese Tendenz untermauern auch die zunehmenden Bau­ge­nehmi­­gun­gen im Wohnbau, wobei aufgrund von Vorzieheffekten die Sanierung allerdings nicht mithält. Der bislang noch nicht „angesprungene“ Nichtwohnbau könnte dann aufgrund des Infrastrukturprogramms der Bundesregierung ab 2027 nachziehen.

Jörg Flasdieck von der Heinze GmbH präsentierte wie üblich die aktuellen Markt­zah­len. Die wichtigsten Daten in Kürze: Der Fenstermarkt in Deutschland verzeich­nete 2025 einen leichten Rückgang um 0,2 Prozent auf 12,88 Mio. Fenstereinheiten (FE = 1,3 x 1,3 m). Für 2026 wird eine spürbare Erholung um 3,1 Prozent auf 13,28 Mio. FE prog­nos­ti­ziert. Der Außentürenmarkt, der 2025 nur leicht um 0,4 Prozent auf 1,141 Mio. Türen zuge­nom­men hat, wird 2026 voraussichtlich wieder um 2,9 Prozent auf 1,174 Mio. Stück zulegen. In einem ergänzenden „konservativen“ Zweit­szenario des Fenstermarktes wird unterstellt, dass sich infolge anhaltender geopolitischer Krisen ein leicht erhöhtes Zinsniveau von rund 0,5 Prozentpunkten sowie steigende Rohstoffbeschaffungspreise einstellen werden und die Marktent­wicklung entsprechend vorsichtiger zu bewerten ist.

Robin Huth von der B+L Marktdaten GmbH gab zunächst einen detaillierten Einblick in die Produktions- sowie Im- und Exportzahlen von Fenstern und Haustüren. Er konnte die vorher präsentierten Fenstermarktzahlen unterlegen mit den Zahlen für Produktion, Absatz, Import und Export allgemein und aufge­schlüs­selt nach Materialien. Zudem erläuterte er die Import- und Exportzahlen der wichtig­sten fünf europäischen Länder. Anschließend präsentierte Huth dann die aktuellen Zahlen des deutschen Marktes für Vorhangfassaden. Der Abwärtstrend der abgesetzten Vorhangfassaden setzt sich – entsprechend der Entwicklung im Nichtwohnbau – mit minus 2,1 Prozent 2026 und minus 1,9 Prozent 2027 auf 5.172.000 qm fort, um dann mit 1,1 und 1,7 Prozent in den Jahren 2028 und 2029 anzusteigen. Zur Differenzierung schlüsselte Huth danach die Zahlen auf je nach Fassadentyp, Material und Verglasung.

Die zum Abschluss von Martin Langen vorgestellten Zahlen für den Glasmarkt zeigten, dass der Absatz von Isolierglas nach Jahren des Rückganges 2026 voraussichtlich erstmals wieder zulegt. Langen differenzierte diese Zahlen nach Einsatzart (Fenster, Fassaden, Glastausch usw.) ebenso wie nach Verglasungstyp (zweifach, dreifach) sowie nach den Verglasungsarten Sicherheitsglas und beschichtetes Glas.

„Wie immer konnten wir auf der Fachtagung „Statistik & Markt“ einen breiten und sehr detaillierten Einblick in die Marktentwicklung der Produkte und Materialien unserer Branche geben“, hob Frank Lange hervor. „Wir wissen, dass unsere Mitglieder und darüber hinaus die gesamte Branche von diesen Zahlen profitieren. Gerade in unsicheren Zeiten können Sie den Unternehmen als Leitplanken für ihre Planung dienen. VFF-Mitgliedern stehen die Auswertungen aus den Vorträgen der Fachtagung im internen Bereich der Homepage des VFF kostenfrei zur Verfügung.“

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Dr. Peter Christian Lang
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