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Nach der Hitze kommen Sturm und Regen: So schützen Sie Ihr Zuhause

Frankfurt am Main, 17. Juli 2026. Kaum ist die Hitzewelle vorbei, ziehen im Sommer oft Unwetter auf. Heftige Gewitter, Sturmböen und Starkregen können innerhalb weniger Minuten erhebliche Schäden an Haus und Wohnung verursachen. Mit dem Klimawandel nehmen Häufigkeit und Intensität vieler Extremwetterereignisse in Deutschland zu. Der Verband Fenster + Fassade (VFF) erklärt, worauf Hausbesitzer und Bewohner achten sollten, wenn Sturm droht, und wie sich Gebäude langfristig besser gegen Starkregen und Überschwemmungen schützen lassen.

Wenn Sturm aufzieht: Fenster und Sonnenschutz sichern

Drohen Gewitter oder Sturm, sollten zunächst lose Gegenstände auf Balkon, Terrasse oder im Garten gesichert werden. Doch auch Fenster und Sonnenschutzsysteme verdienen jetzt besondere Aufmerksamkeit. Fensterläden sollten rechtzeitig geschlossen und gesichert werden, denn sie schützen die Verglasung vor Hagel und umherfliegenden Ästen. Auch Rollläden bilden im vollständig geschlossenen Zustand einen zusätzlichen Schutzschild. VFF-Geschäftsführer Frank Lange erklärt: „Wichtig ist, dass Rollläden komplett heruntergefahren werden. Bleiben Lüftungsschlitze geöffnet oder steht der Rollladen nur halb geschlossen, kann der Wind darunter greifen und ihn aus der Führung reißen.“

Anders sieht es bei Raffstores und Markisen aus: Sie sollten bei starkem Wind rechtzeitig vollständig eingefahren werden. Maßgeblich sind dabei die Angaben des jeweiligen Herstellers, der festlegt, bis zu welchen Windstärken ein sicherer Betrieb möglich ist. Es empfiehlt sich, bereits bei der Planung einen Windwächter beziehungsweise Windsensor einzubauen. Dieser erkennt aufkommenden starken Wind und sorgt dafür, dass Raffstores und Markisen automatisch eingefahren werden, bevor Schäden entstehen können.

Bei Textilscreens kommt es auf die jeweilige Ausführung an. Einige Systeme müssen bei starkem Wind rechtzeitig eingefahren werden. Es gibt jedoch speziell entwickelte Textilscreens mit erhöhter Windstabilität, die auch bei höheren Windgeschwindigkeiten eingesetzt werden können. Entscheidend sind stets die Angaben des Herstellers zu den zulässigen Windbelastungen und zum sicheren Betrieb.

Wenn Regen nicht mehr abfließt: So schützen Sie Ihr Zuhause vor Starkregen

Nicht immer ist der Wind das größte Problem. Während eines Starkregens können Straßen und Grundstücke innerhalb von Minuten unter Wasser stehen. Ist dann die Kanalisation überlastet, kann sich das Regenwasser zudem vor Gebäuden aufstauen. Schon zehn bis zwanzig Zentimeter Wasser reichen häufig aus, damit es durch herkömmliche Keller- oder Erdgeschossfenster ins Haus eindringt.

Dabei steht mehr auf dem Spiel als nur nasse Wände. Es drohen dauerhafte Feuchtigkeitsschäden und Schimmel. Gelangen zusätzlich Abwasser oder Heizöl ins Gebäude, kann die Sanierung schnell sehr aufwendig oder sogar wirtschaftlich unmöglich werden.

Wer sich vor Stauwasser durch Starkregen schützen möchte, sollte die Anschaffung von hochwasserbeständigen Fenstern überlegen. Anders als herkömmliche Fenster sind sie darauf ausgelegt, aufgestautem Wasser über längere Zeit standzuhalten. Lange erklärt das Prinzip: „Hochwasserbeständige Fenster und Türen werden für definierte Wasserstände geprüft und klassifiziert. Entscheidend ist dabei nicht ein einzelnes Konstruktionsmerkmal, sondern das geprüfte Gesamtsystem aus Bauelement, Dichtungen, Beschlägen und der gegen anstehendes Wasser dichten Anbindung an den Baukörper. Je nach geprüfter Klasse wird der Wassereintritt verhindert oder auf ein festgelegtes Maß begrenzt. Die Schutzwirkung gilt bis zu dem ausgewiesenen Wasserstand.“

Besonderes Augenmerk verlangen Kellerfenster: Läuft ein Lichtschacht bei Starkregen voll Wasser, entsteht eine Wassersäule, die hohen Druck auf das Fenster ausübt. Deshalb empfiehlt der VFF, Kellerfenster in gefährdeten Lagen hochwasserbeständig auszuführen. Welche Ausführung und Klassifizierung erforderlich ist, sollte anhand der Tiefe des Kellerschachts und der konkreten Einbausituation durch einen Fachbetrieb oder Planer bestimmt werden.

An einen Fachbetrieb wenden

Wichtig ist: Die Schutzwirkung von hochwasserbeständigen Fenstern gilt nur bis zum ausgewiesenen Wasserstand und setzt eine fachgerechte Montage sowie die Beachtung der Herstellerangaben voraus. Gegen strömende Wassermassen, wie sie bei Sturzfluten oder über die Ufer getretenen Flüssen auftreten, bieten Hochwasserbeständige Fenster zudem keinen vollständigen Schutz. Hier werden zusätzliche Schutzwände sowie weitere hochwassersichere Gebäudeelemente benötigt. Der VFF rät daher, sich beim Thema Hochwasserschutz in jedem Fall an einen Fachbetrieb oder Planer zu wenden, der bestimmen kann, welche welche Schutzmaßnahmen im konkreten Fall erforderlich sind.

Fördermittel nutzen

Für neue Fenster und automatisch gesteuerten Sonnenschutz können Förderprogramme in Frage kommen. Wichtig ist: Fördermittel müssen in der Regel beantragt werden, bevor Aufträge verbindlich vergeben werden. Eigentümerinnen und Eigentümer sollten sich deshalb frühzeitig informieren und die Förderfähigkeit mit dem Fachbetrieb oder einer Beratungsstelle klären.

Eine erste Orientierung bietet das Wissensportal „Fenster können mehr“. Dort finden Interessierte Informationen rund um moderne Fenster und Türen, Hinweise zu möglichen Fördermitteln sowie Unterstützung bei der Suche nach qualifizierten Fachbetrieben in der Nähe.

Bild 1: Starkregen kann innerhalb von Minuten zu lokalen Überschwemmungen führen. Bild: Roma KG
Bild 2: Bei Sturm und Regen gilt: Den Rollladen ganz herunterfahren, anderenfalls kann der Wind ihn aus der Führung reißen. Bild: Roma KG

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Dr. Peter Christian Lang
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