Steigende Außentemperaturen lassen Wohnräume schnell unangenehm warm werden. Mit dem richtigen Lüftungsverhalten lässt sich die Aufheizung der Räume jedoch begrenzen. Der Verband Fenster + Fassade (VFF) gibt praktische Tipps, wie sich auch an heißen Tagen ein angenehmes Raumklima unterstützen lässt.
Tagsüber Sonneneinstrahlung vermeiden
Bei starker Sonneneinstrahlung sollten Fenster sowie Rollläden oder andere Sonnenschutzsysteme tagsüber geschlossen bleiben. Idealerweise fährt man den Sonnenschutz bereits morgens herunter, bevor sich die Innenräume aufheizen. Bei Rollläden kann es je nach Ausführung sinnvoll sein, die Lichtschlitze offen zu lassen, um eine Luftzirkulation zwischen Rollladen und Fensterglas zu ermöglichen. Dadurch kann sich dort entstehende Wärme besser verteilen.
Nachts lüften und gespeicherte Wärme abführen
Lüften empfiehlt sich insbesondere nachts oder in den frühen Morgenstunden, wenn die Außentemperaturen gesunken sind. Dann sollten die Fenster weit geöffnet werden, um kühlere Außenluft hereinzulassen und die gespeicherte Wärme aus den Räumen abzuführen. Besonders wirksam kann Querlüften sein: Durch das gleichzeitige Öffnen gegenüberliegender Fenster und Türen lässt sich der Luftaustausch fördern.
Massiv gebaute Gebäude profitieren zusätzlich von ihrer Speichermasse. Ihr Mauerwerk nimmt tagsüber Wärme auf und kann diese beim nächtlichen Lüften wieder abgeben. Dadurch können die Wände am Folgetag erneut Wärme aufnehmen. In Dachgeschossen können sich Innenräume aufgrund ihrer Bauweise und der Sonneneinstrahlung besonders stark erwärmen.
Vorsicht beim Keller
Auch im Sommer kann sich Schimmel bilden, insbesondere in kühlen Kellerräumen. Warme Sommerluft kann viel Feuchtigkeit enthalten, die beim Abkühlen an kalten Oberflächen kondensiert. Dadurch steigt das Risiko für Schimmelbildung. VFF-Geschäftsführer Frank Lange rät daher: „Im Sommer sollten Kellerräume weniger gelüftet werden; möglichst nur in den kühleren Morgen- oder Nachtstunden.“
Entscheidend sind dabei die Temperatur und die Feuchtigkeit der Außenluft im Verhältnis zu den Bedingungen im Keller.
Automatisierte Lüftung durch smarte Technik
Smart-Home-Lösungen können die bedarfsgerechte Lüftung unterstützen. So lassen sich entsprechend ausgestattete Fenster zeit- oder sensorgesteuert öffnen und schließen. Dabei können beispielsweise Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder CO₂-Gehalt der Raumluft als Steuerungsgrößen dienen.
Eine weitere Möglichkeit bieten Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung, die sich je nach System auch in Fensterrahmen integrieren lassen. Sie ermöglichen einen kontrollierten Luftaustausch und übertragen einen Teil der Wärme aus der Abluft auf die einströmende Außenluft. Dadurch lassen sich Lüftungswärmeverluste im Vergleich zu einer Lüftung ohne Wärmerückgewinnung unter geeigneten Bedingungen reduzieren. Wie groß dieser Effekt ausfällt, hängt unter anderem vom jeweiligen System, dessen Betriebsweise und den Temperaturverhältnissen ab.
„Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung ermöglichen einen kontrollierten Luftaustausch und können Lüftungswärmeverluste verringern. Welche Einsparungen sich im konkreten Gebäude erzielen lassen, hängt von den technischen und baulichen Voraussetzungen ab“, erläutert VFF-Geschäftsführer Frank Lange.
Fördermöglichkeiten nutzen und Kosten reduzieren
Der Einbau bestimmter Fenster und Lüftungssysteme kann im Rahmen staatlicher Förderprogramme finanziell unterstützt werden. Ob und in welcher Höhe eine Förderung möglich ist, hängt vom jeweiligen Bauvorhaben und den geltenden Förderbedingungen ab.
Um herauszufinden, welche Fördermittel für Ihr individuelles Bauvorhaben infrage kommen, bietet der Verband Fenster + Fassade den kostenlosen Fördermittel-Assistenten an. Das Online-Tool unterstützt bei der Suche nach Förderangeboten von Bund, Ländern und Gemeinden.
Weitere Informationen finden Sie unter:
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Dr. Peter Christian Lang
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