28. Oktober 2026
Fachpresse

Fenstermarktzahlen im positiven Trend: Gebäudesanierung könnte 2027 moderat zulegen – Sanierungsquote voraussichtlich bei 1,39 Prozent

Frankfurt am Main, 28. Oktober 2026. Die Sanierung des Gebäudebestandes ist der zentrale Stabilitätsanker für die deutsche Fensterbranche. Aktuellen Marktstatistiken des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) zu Folge gehen in diesem Jahr rund 9,15 Mio. Fenstereinheiten in den Modernisierungsmarkt. Für 2027 wird ein leichtes Wachstum auf 9,26 Mio. Einheiten prognostiziert. Damit entfallen in beiden Jahren rund sieben von zehn Fenstereinheiten in Deutschland auf den Gebäudebestand. Die auf den gesamten Fensterbestand bezogene Sanierungsquote wird im kommenden Jahr damit voraussichtlich bei 1,39 Prozent liegen. Als Grundvoraussetzung dafür benennt der  VFF verlässliche gesetzliche, förderpolitische und baurechtliche Rahmenbedingungen.

Sanierung ist der konjunkturelle Anker des Fenstermarktes

Für den deutschen Fenstermarkt wird 2026 ein Volumen von 13,16 Mio. Fenstereinheiten erwartet, 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. 2027 soll der Markt nach der Prognose des VFF um weitere 1,5 Prozent auf 13,35 Mio. Einheiten wachsen. Die entscheidende Säule ist die Modernisierung: 9,15 Mio. Einheiten im Jahr 2026 und 9,26 Mio. im Jahr 2027 stehen lediglich 4,01 beziehungsweise 4,09 Mio. Einheiten im Neubau gegenüber. Der Modernisierungsanteil liegt damit bei 69,5 Prozent im Jahr 2026 und 69,4 Prozent im Jahr 2027. Für Hersteller, Zulieferer, Fachhandel und Montagebetriebe ist der Gebäudebestand damit der wichtigste Absatzmarkt und zugleich ein Stabilitätsanker für Auslastung, Beschäftigung und Wertschöpfung an deutschen Standorten.

„Der Neubau bleibt wichtig. Die Stabilität des Fenstermarktes kommt derzeit aber eindeutig aus dem Bestand“, erklärt VFF-Geschäftsführer Frank Lange. „Wer ein Fenster modernisiert, tätigt keine reine Ersatzbeschaffung. Die Investition verbessert die energetische Qualität, die Nutzbarkeit und den Wert eines Gebäudes. Fenstersanierung ist deshalb zugleich Wirtschafts-, Klima- und Sozialpolitik.“

Fenstersanierungsquote steigt – großes Potenzial bleibt bestehen

Der VFF betrachtet die Sanierungsquote in seiner Marktstatistik auf zwei Ebenen. Bezogen auf den gesamten deutschen Fensterbestand von voraussichtlich 666 Mio. Fenstereinheiten ergibt sich für 2027 eine Sanierungsquote von 1,39 Prozent. Bezogen auf das wirtschaftlich besonders relevante Potenzial der vor 1995 eingebauten Fenster steigt die Quote auf 5,35 Prozent. Trotz der laufenden Modernisierung werden jedoch auch im Jahr 2027 noch rund 173 Mio. technisch veraltete Fenstereinheiten im Bestand bleiben. Das zeigt: Der Markt bewegt sich in die richtige Richtung, das nutzbare Sanierungspotenzial bleibt aber groß.

Mehr als Wärmeschutz: Lebensqualität und bezahlbares Wohnen

Neue Fenster leisten mehr als Wärmeschutz. Sie können Zugerscheinungen und Wärmeverluste reduzieren, die Tageslichtnutzung und den Wohnkomfort verbessern und – in Verbindung mit geeignetem Sonnenschutz – den sommerlichen Wärmeschutz stärken. Je nach Planung und Ausstattung lassen sich zugleich Anforderungen an Schallschutz, Barrierefreiheit, Einbruchhemmung und Lüftung berücksichtigen.

Das ist insbesondere für den großen Bestand an Ein- und Mehrfamilienhäusern relevant. Fenster können als einzelne, zeitlich überschaubare Maßnahme oder als Teil einer Gesamtsanierung modernisiert werden. Damit lassen sich Gebäude schrittweise ertüchtigen, ohne jede Investition an eine vollständige Sanierung zu koppeln. Bezahlbares Wohnen bedeutet dabei nicht nur, günstiger zu bauen, sondern auch dauerhaft bezahlbare Betriebs- und Energiekosten in einem werthaltigen Gebäudebestand zu sichern.

VFF fordert Beständigkeit bei Gesetz und Förderung

Mit dem seit Juli 2026 geltenden Gebäudemodernisierungsgesetz und der fortgeführten Bundesförderung für effiziente Gebäude hat der Bund die Rahmenbedingungen neu geordnet. Entscheidend ist nun, dass Eigentümer, Wohnungswirtschaft, Planer und Fachbetriebe nicht erneut mit wechselnden Signalen konfrontiert werden. Förderprogramme entfalten nur dann Wirkung, wenn sie über die gesamte Planungs-, Finanzierungs- und Umsetzungsphase verlässlich bleiben.

Der VFF fordert deshalb eine mehrjährige und auskömmliche Finanzierung der BEG-Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, den dauerhaften Erhalt der steuerlichen Förderung von Gebäudesanierungen und einfache, digital nutzbare Antragsverfahren. Abrupte Änderungen bei Fördersätzen, Förderfähigkeit oder technischen Anforderungen sowie Förderstopps müssen vermieden werden. Sollte die BEG im Jahr 2027 weiter vereinfacht oder neu geordnet werden, muss die Vereinfachung Bürokratie abbauen - nicht Förderung verringern oder neue Warteeffekte auslösen. Die Gebäudehülle muss in der Förderpolitik gleichberechtigt neben der Anlagentechnik stehen.

„Förderpolitik wirkt nur, wenn Menschen darauf vertrauen können, dass die Regeln auch noch gelten, wenn geplant, finanziert und beauftragt wird“, betont Lange. „Jede angekündigte grundlegende Neuordnung kann Investitionen zunächst aufhalten. Was die Branche jetzt braucht, sind Verlässlichkeit, klare Übergangsregeln und ein dauerhaft sichtbares Bekenntnis zur Sanierung der Gebäudehülle. Politik auf Bundes- und Landesebene muss jetzt dafür sorgen, dass aus Investitionsbereitschaft tatsächliche Aufträge werden.“

Grafik „Sanierung“ (Bild: VFF)

 

QR-Code „Factsheet“: Das vollständige VFF-Fact-Sheet „Fenstermarkt, Marktentwicklung und Sanierungsquote im Fensterbereich in Deutschland 10/2026“ – Grundlage dieser Pressemitteilung – steht hier zur Verfügung. Es basiert auf der Studie „Mehr Energie sparen mit neuen Fenstern“ (Aktualisierung Januar 2024) und der Studie der Heinze GmbH zum deutschen Fenstermarkt (Oktober 2026). Eine Fenstereinheit (FE) entspricht 1,3 m x 1,3 m.

Kontakt Fachpresse

Dr. Peter Christian Lang
Verband Fenster + Fassade
Walter-Kolb-Str. 1-7
60594 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 955054-32
Fax.: (069) 955054-11
E-Mail: pr@window.de

Kontakt Endkundenpresse

HDH e.V.
Chausseestraße 99
10115 Berlin
Tel.: 0151-25006883
E-Mail: presse@holzindustrie.de
Zum Inhalt springen