Frankfurt am Main, 29. Juli 2026. Verschattungen, die sich bei Hitze automatisch schließen, Fenster, die selbstständig für frische Luft sorgen, und Sensoren, die offene Fenster oder Türen aufs Smartphone melden: Smarte Fenster, Türen und Sonnenschutzsysteme machen das Zuhause komfortabler, energieeffizienter und sicherer. Der Verband Fenster + Fassade (VFF) erklärt, welche Möglichkeiten moderne Gebäudetechnik heute bietet und worauf Verbraucher beim Einstieg ins Smart Home achten sollten.
Smarte Fenster, Türen und Sonnenschutzsysteme erhöhen den Wohn- und Bedienkomfort und ermöglichen eine besonders einfache Nutzung der Haustechnik. An heißen Sommertagen schließen sich Rollläden oder Raffstores automatisch, bevor die Sonneneinstrahlung die Innenräume aufheizt. Dafür messen Sensoren die Helligkeit und steuern den außenliegenden Sonnenschutz selbstständig. So bleiben die Räume angenehm kühl. Denn die Steuerung der Sonnenschutzsysteme mit Wettersensoren kann an heißen Sommertagen rund 90 Prozent der Hitze aussperren. Das spart zudem Energie. „Durch eine automatisierte Steuerung können sich Fenster, Sonnenschutz und Lüftung selbstständig an die jeweilige Sonneneinstrahlung und Raumtemperatur anpassen. So lässt sich eine Überhitzung der Innenräume wirksam begrenzen. Auf eine Klimaanlage kann dadurch häufig verzichtet oder ihr Betrieb deutlich reduziert werden. Das spart Energie und schont die Umwelt.“, erläutert VFF-Geschäftsführer Frank Lange.
Doch intelligente Gebäudetechnik kann weit mehr als für ein angenehmes Raumklima sorgen. Smarte Fenster und Türen erhöhen auch die Sicherheit und helfen dabei, Energieverluste zu vermeiden. Sensoren, unauffällig in der Fensterfalz verborgen, können den Öffnungsstatus aller Fenster melden. Beim Verlassen des Hauses genügt dann ein Blick aufs Handy, um sich zu vergewissern: „Alle Fenster sind geschlossen.“ Auch ist es möglich, die Fenster zu motorisieren und die Steuerung per Smart Home zu übernehmen. Das eröffnet eine Reihe von Anwendungsmöglichkeiten. Per Knopfdruck oder wenn ein Sensor eine zu hohe Luftfeuchtigkeit misst, können die Fenster zum Lüften geöffnet werden. Und wenn die Steuerung erkennt, dass ein Fenster zum Lüften geöffnet wird, kann sie die Heizung automatisch herunterregeln. So geht keine wertvolle Heizenergie verloren und niemand muss daran denken, vor dem Lüften die Thermostate herunterzudrehen.
Die Beispiele zeigen: Das Angebot der Smart-Home-Funktionen ist beinahe grenzenlos. Deshalb lohnt es sich, das Smart Home schrittweise aufzubauen und zunächst mit einer besonders praktischen Anwendung zu starten. Damit sich das System später problemlos erweitern lässt und dauerhaft zuverlässig funktioniert, empfiehlt der VFF, bei der Planung drei wichtige Punkte zu beachten:
1. Technik muss auch ohne App funktionieren
Smarte Steuerungen dürfen nicht alternativlos sein. Rollläden und Sonnenschutz sollten deshalb möglichst auch über einen fest installierten Schalter oder eine geeignete Notbedienung gesteuert werden können. Bei Haustüren sollte neben dem digitalen Zugang weiterhin die Tür mit dem Schlüssel zu öffnen sein. Wichtig ist außerdem, dass grundlegende Funktionen möglichst auch ohne Internetverbindung oder Cloud-Dienst nutzbar bleiben. So funktioniert das eigene Zuhause weiterhin zuverlässig, wenn das Internet ausfällt, der Anbieter seinen Dienst einstellt oder das Smartphone gerade nicht zur Hand ist.
2. Offene und kompatible Systeme wählen
Heute smarte Rollläden, morgen vielleicht eine zentrale Heizungssteuerung oder ein digitales Türschloss - viele Hausbesitzer erweitern ihr Smart Home Schritt für Schritt. Damit das problemlos funktioniert, sollten die einzelnen Geräte möglichst herstellerübergreifend kompatibel sein. „Lassen Sie sich im Fachbetrieb erläutern, mit welchen Steuerzentralen und Geräten die einzelnen Komponenten zusammenarbeiten und ob sie sich später herstellerübergreifend erweitern lassen“, rät VFF-Geschäftsführer Frank Lange. Ebenso wichtig ist die Frage, ob das System auch bei einem späteren Wechsel des Anbieters weitergenutzt werden kann.
3. Staatliche Förderung nutzen
Für viele Smart-Home-Anwendungen, die die Energieeffizienz eines Gebäudes verbessern, gibt es staatliche Fördermöglichkeiten. Dazu gehört unter anderem automatisierter Sonnenschutz. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können Zuschüsse von bis zu 15 Prozent der Investitionskosten gewährt werden. Eigentümerinnen und Eigentümer sollten sich deshalb frühzeitig informieren und die Förderfähigkeit mit dem Fachbetrieb oder einer Beratungsstelle klären.
Eine erste Orientierung bietet das Wissensportal „Fenster können mehr“. Dort finden Interessierte Informationen rund um moderne Fenster und Türen, Hinweise zu möglichen Fördermitteln sowie Unterstützung bei der Suche nach qualifizierten Fachbetrieben in der Nähe.
Bild 1: Unsichtbar und doch nützlich. Die Smarte Steuerung der Gebäudehülle. Foto: GEALAN Fenster-Systeme GmbH
Bild 2: Smarte Steuerung der Tür. Foto: Schüco International KG
Bild 3: Beinahe Unsichtbar: Smarte Steuerung des Fensters. Foto: Schüco International KG
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Dr. Peter Christian Lang
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