Frankfurt a. M./Troisdorf/Velbert, 30. April 2026. Der Fenstermarkt in Deutschland verzeichnete 2025 einen leichten Rückgang um 0,2% auf 12,88 Mio. Fenstereinheiten (FE = 1,3 x 1,3 m). Für 2026 wird eine spürbare Erholung um +3,1% auf 13,28 Mio. FE prognostiziert. Der Außentürenmarkt, der 2025 nur leicht um 0,4% auf 1,141 Mio. Türen zugenommen hat, wird 2026 voraussichtlich wieder um +2,9% auf 1,174 Mio. Stück zulegen.
Vor diesem Hintergrund stellen die Verbände für 2026 bewusst zwei Szenarien vor: ein Basisszenario, das auf der robusten Marktentwicklung und den zugrunde liegenden Marktmodellen aufsetzt, sowie ein zweites Szenario, das mögliche moderate Belastungen durch anhaltende geopolitische Unsicherheiten, steigende Beschaffungs- und Energiepreise sowie entsprechende Preiswirkungen berücksichtigt. Für den Fenstermarkt ergibt sich daraus im Basisszenario 2026 ein Wachstum auf 13,28 Mio. Fenstereinheiten (+3,1%), im Alternativszenario auf 13,13 Mio. Fenstereinheiten (+1,9%). Für den Außentüren-markt liegt die Erwartung bei 1.174 Tsd. Einheiten (+2,9%) beziehungsweise 1.162 Tsd. Einheiten (+1,8%) im Alternativszenario. Trotz einer zuletzt eingetrübten Erwartungshaltung zeigt sich der Markt für Fenster und Außentüren insgesamt robust. Steigende Baugenehmigungen, ein vielfach stabiles bis leicht wachsendes Geschäft im Jahr 2025 und positive Impulse aus den Marktmodellen sprechen für eine grundsätzlich positive Entwicklung im Jahr 2026. Entscheidend bleibt, dass die politischen und förderpolitischen Rahmenbedingungen verlässlich bleiben und keine neue Verunsicherung im Markt entsteht.
Im Rahmen der Fachtagung Statistik und Markt des VFF und des BF in Frankfurt wurden am 28. April 2026 die abschließenden Zahlen für 2025 und die angepassten Prognosen für die Fenster- und Außentürenmarktzahlen 2026 von Jörg Flasdieck von der Heinze Marktforschung GmbH vorgestellt. Gemeinsam mit der Heinze Marktforschung GmbH werden die Daten erhoben von den Branchenverbänden Fenster + Fassade (VFF), Bundesverband Flachglas (BF), pro-K sowie Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB). Wurden in der Vorgängerstudie vom Oktober 2025 zunächst noch leichtere Rückgänge für 2025 erwartet, so hellt sich die Markterwartung für 2026 doch belastbar auf. Entgegen der bisherigen Erwartung nimmt der Sanierungsmarkt bei den Fenstern von noch im Oktober 2025 prognostizierten +1,1% jetzt in der aktuellen Studie für 2026 auf + 2,7% zu. Dem entgegen stand ein schwacher Neubaumarkt im Wohnbau im Bereich der Fenster, der nochmals in 2025 um minus 1,3% nachgibt, in 2026 jedoch die Trendumkehr auf eine Zunahme von +5,5% zeigt. Der von der neuen Bundesregierung umgesetzte „Bauturbo“ mit verbesserten Rahmenbedingungen auch für den Neubau sowie die Wiedereinführung der EH55 Förderung befristet für bereits genehmigte Bauvorhaben zeigen jedoch nur schwache Wirkungen im bisherigen Jahresverlauf.
Jetzt kommt es vor allem darauf an, jede neue politische Verunsicherung des Marktes zu vermeiden. Ebenso wichtig ist, dass sich die Krise im Na-hen Osten nicht weiter zuspitzt, sondern sich bis zum Sommer entschärft. Bleiben diese zusätzlichen Belastungen aus, bestehen gute Chancen, dass sich die Robustheit des Marktes 2026 auch in einer positiven Entwicklung niederschlägt.
Die gegenwärtigen Daten zeigen für den Fenstermarkt, dass in allen Segmenten des Wohn- und Nichtwohnbaus sowohl im Neubau als auch in der Sanierung ein Wachstum zu erwarten ist.
„Die Lage ist insgesamt nicht so negativ, wie vielfach befürchtet. Die Baubranche ist zuletzt zugleich von Zinsanstieg, steigenden Diesel- und Energiepreisen sowie weiteren Unsicherheiten getroffen, zugleich blieben die Preisentwicklungen bislang relativ überschaubar. Voraussetzung für eine positive Marktentwicklung 2026 bleibt damit, dass sich die politischen und förderpolitischen Rahmenbedingungen nicht weiter verschlechtern und zusätzliche Unsicherheiten im regulatorischen Umfeld ausbleiben“, betont VFF-Geschäftsführer Frank Lange. BF-Geschäftsführer Jochen Grönegräs ergänzt: “Die Glasindustrie wird derzeit natürlich – wie zuletzt nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine 2022 – durch steigende Energiekosten getroffen, deren Auswirkungen abzuwarten sind. Aber Glas und Fenster werden ja gebraucht – es muss gebaut und es muss saniert werden!“
Die Entwicklungen im Außentürenmarkt sind vergleichbar. Im Außentüren-markt wird im Wohnungsbau in 2026 ein Wachstum von +2,9 % prognostiziert, getragen von einer soliden Entwicklung sowohl im Bereich Modernisierung (+2,4 %) und im Neubau (+4,5%). Besonders der Neubau im Segment Wohnbau verbessert sich. War dieser noch in 2025 mit minus 1,3% negativ, wird in 2026 ein deutliches Wachstum von +5,5% erwartet. Insgesamt weist die Studie stabil im über den gesamten Jahresvergleich auch für 2026 für 62,3% aller Türen eine erhöhte Sicherheit aus. „Im Bereich der Sicherheitstechnologie sehen wir weiter Wachstumschancen. Mit der richtigen politischen Flankierung kann dieser Bereich einen zusätzlichen Beitrag zur Markterholung leisten“, so Stephan Schmidt, Geschäftsführer des FVSB.
Sven Weihe, Geschäftsführer pro-K Industrieverband, weist abschließend auf die differenzierte Datenerhebung hinsichtlich der Rahmenmaterialien hin: „Innovative Materialien und Produktlösungen haben weiterhin hohe Marktanteile. Eine stärkere Berücksichtigung nachhaltiger Kunststoffanwendungen, die über ein besonders Anforderungsprofil verfügen, könnte neue Impulse setzen, gerade im Sanierungsmarkt.“
Eine angepasste Prognose für die Marktentwicklung in 2026 wird in dieser geopolitisch schwierigen Lage mit möglichen wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung sowie der Einflussfaktoren der Zinsentwicklung, in der nächsten VFF-Fachtagung „Statistik und Markt“ am 29.September 2026 präsentiert.
Grafik „Fenstermarkt 2026-05“: Die aktuellen Fenstermarktzahlen im Überblick, Stand Mai 2026. (Grafik: Heinze/VFF)
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